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165. Dombrowken, sp. Eibenburg

 

1. Zugehörigkeiten:

Schreibweise Jahr Kirchspiel Amt Quelle
Dombrowken 1818 Dombrowken kA VFFOW S 48
Dombrowken 1907 Dombrowken Dombrowken VFFOW S 102
Dombrowken 1912 Dombrowken kA VFFOW S 59
Dombrowken 1913 kA kA Adreßbuch
Dombrowken 1939 kA kA Ortsliste 1939
Dombrowken mit 1863 Dombrowken kA Kühnast
Dombrowken Vorwerk Lindenhof 1879     Handbuch Grundbesitz
Dombrowken, Rittergut 1879     Handbuch Grundbesitz

 

gehörte 

1927 zum Amtsgerichtsbezirk Darkehmen

1927 zum Postbezirk Launingken

1907 zum Standesamt Dombrowken.

 

2. Einwohnerzahlen:

Jahr Einwohner
1818 180
1863 441
1907 323
1925 372
1933 300
1939 296

 

3. Geschichte:

Am 13.08. 1560 bei der 2. Schliebenschen Güterteilung als litauisches Dorf erwähnt (Rogge, 5).

"Dombrowken in unserem Kreise hieß früher Litauisch-Dombrowken zum Unterschiede von Polnisch-Dombrowken im Kreise Angerburg, das heute Talheim heißt. Der Name 'Dombrowken' kommt von dem polnischen Wort dabrowa her, d.h. Eichenwald. Die deutschen Ordensritter und die deutschen Bauern fanden bei der Eroberung Ostpreußens allenthalben halb gerodete Wälder, Reste von Laubwäldern, Räumden. Diese bestanden vornehmlich aus Eichen, die wohl bei der Urbarmachung der Wälder besonders geschont worden waren. Solche lichten Eichenwälder waren den heimatlichen deutschen Auewäldern ähnlich. Die deutschen Siedler nannten schließlich solche Feldgehölze zum Unterschied von den unberührten Urwäldern des Landes allgemein Dombrowen, verdeutscht Damerauen. Wir können uns also unter Dombrowen lichte Wälder vorstellen, in denen besonders viel Eichen stehen geblieben waren." (Schulrat Keuchel in: Heimatkundliche Blätter Nr. 2 v. 01.11.1931, S. 12)

"In meiner Notiz über den Ortsnamen Dombrowken ist mir ein Irrtum unterlaufen, auf den mich Herr Kantor Skopnick aufmerksam gemacht hat, und den ich berichtigen muß. Der Name Damerau findet sich an Stelle von Dombrowken in allen den Landesteilen der Provinz, in die niemals polnische Ansiedler gekommen sind. Damerau ist nicht das verdeutschte Wort für das polnische Dombrowken, sondern Damerau ist der erste, der ursprüngliche Ortsname und kommt vom Altpreußischen her, wo er Damerouwe lautet. Damerouwe bedeutet ebenso wie das polnische dabrowa: Eichenwald. Auch unser Dombrowken hat also wohl ursprünglich Damerau geheißen. Der Name wurde in Dombrowken abgeändert (polonisiert), als polnische Ansiedler auch in unsere Gegen zogen. So ist der Ortsname Dombrowken ein kennzeichnendes Beispiel für die Veränderung der Ortsnamen überhaupt, die durch die verschiedene Besiedelung des Kreises verursacht wurde. Ursprünglich hatten wir auch im Kreise Darkehmen nur preußische Siedelungen und also auch altpreußische Ortsbezeichnungen. Die deutschen Ansiedler legten deutsche Dörfer mit deutschen Namen an und die älteren preußischen Namen für Orte, Flüsse, Bäche, Flurstücke usw. gingen unter. Als dann im nördlichen und mittleren Teil Litauer, im südlichen Teil des Kreises Polen angesiedelt wurden oder sich ansiedelten, tauchten die litauischen und polnischen Namen auf. So haben wir mitunter im Kreise drei Namenschichten." (ders. in: ebd. Nr. 3 v. 25.12.1931, S. 20)

 

Seite erstellt: 20.11.09

zuletzt geändert: 24.02.10